Wissenswertes, Symposium

Die Waldzither oder die Cister ?
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Der Name:
Der historische Name für das Instrument lautete bis etwa zum Beginn des  19. Jahrhunderts Zither
(bzw. mittelhochdeutsch Zither und Cither).
Andere Schreibweisen:
Citer, Cithar, Citter, Cythar, Cyther, Cytthar, Siter, Ziethar, Ziter, Zithar, Zütter, Zyther, Zitterlein, Zitrinlein, Zitrinchen, Citherlein, Citerlein, Cytherlein, Zitrinlein, Cithrinchen, Citherinchen, Citringen, Cytrinchen, Ziterinchen, Zittrinchen, Zitrinchen, Zittarche, Citharinichen, Cytharingen, Citheringen, Cythringen, Zyterchen, Zythringen.  
 
Die Instrumentenkunde gebraucht die aus dem französischen cistre abgeleiteten Namen Cister, Sister oder nach den Gesetzen der Lautumbildung vom Französischen ins Deutsche - Zister.

Jetzt haben sich die Musiker und die Wissenschaftler auf „Cister“ geeinigt, und so wollen wir sie auch folgend nennen, bei uns in Thüringen ist das die Waldzither.

Und warum heißt die Cister nun Cister und was unterscheidet sie von anderen Instrumenten?
 
Bei modernen Waldzithern unterscheidet man zwei verschiedene Stimm-Mechaniken. Für Instrumente mit einer Wirbelmechanik ist der Name „Thüringer Waldzither“ gebräuchlich. Instrumente mit einer Schraubenfächermechanik bezeichnet man als „Hamburger Waldzithern“.  Aus: Joachim Rosenbrück: Ein Weg zum Erlernen der Waldzither

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist aber die Doppelbespannung, d.h. zwei Saiten liegen nebeneinander. Die Saiten sind in der Regel Stahlsaiten, doppel- oder mehrchörig angeordnet.

Zwei Beispiele dazu: C gg c’c’ e’e’ g’g’ oder die Basscister: G dd gg h’h’ d’d’.

Von den Formen her ist die Cister ein sehr flexibles Instrument. Da gibt es Formen, die der Gitarre ähneln, der Balalaika oder der Mandoline. Es sind sogar Cistern gebaut worden, die die Größe eines Cellos haben.

Ähnliche Instrumente sind die Portugiesische Gitarre, in England Guitar und in Irland die irische Bouzouki.

Die Thüringer Wald-Cister ist traditionell mit durchgesteckten Stimmwirbeln ausgestattet.

Cistern wurden gegen Ende des 19. JH in Deutschland fast nur noch in Thüringen und im Harz gebaut und gespielt. Martin Luther soll eine Cister gespielt haben, aber das ist nicht belegt. Somit gab es neue Namen: Lutherzither oder Wartburglaute (aber es sind immer Cistern). Gegen 1920 kam die Cister wieder in Mode. In den folgenden Jahren wurde sie oft gespielt. Die „Wandervogelbewegung“ nahm die Cister (genannt Waldzither) gerne als Instrument für Ihr Zusammenkünfte und Geselligkeiten. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges war das Cisterspiel sehr populär. Damals politisch nicht gewollt, verlor das Volksinstrument immer mehr an Bedeutung. In den 1950-er jähren sank die Bedeutung dieses Instrumentes gegen Null.
In den 70-er Jahren lebte die Deutsche Folkmusik wieder auf und Gruppen (wie Liederjan) spielten auf alten Instrumenten ihren Folk. Das bedeutete eine Renaissance der Cister. Und damit wurden auch wieder welche gebaut und Suhl kam wieder dazu. 
Autor: M.W.

und das sagt Wikipedia :
de.wikipedia.org/wiki/Waldzither